Die rasche und weite Verbreitung der Wachskerze in der christlichen Liturgie ist vor allem in der Symbolkraft der
brennenden Kerze begründet.
Anders drückte es Romano Guardini aus: "Es ist der tiefste Sinn des Lebens, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren,
wie die Kerze in Licht und Glut."
Übrigens unterscheidet man in der Liturgie zwischen Lampen oder Ampeln (z.B. Ewiges Licht) und Kerzen,
die bisweilen auch als Leuchter bezeichnet werden.
Die allgemeine Einführung in das römische Meßbuch, welche im April 1969 zusammen mit der
neuen Meßordnung veröffentlicht wurde,
bestimmt, dass auf dem Altar oder in seiner Nähe zwei oder vier oder sechs oder, wenn der Ortsbischof die Messe feiert,
sieben Leuchter mit brennenden Wachskerzen aufgestellt werden sollen. Die Kerzen sind Zeichen der Verehrung und betonen
den festlichen Charakter der liturgischen Feiern.
So schrieb schon Isidor von Sevilla im 7. Jahrhundert:
"Die Kerzen während der Messe werden angezündet zum Zeichen der Freude, damit unter
dem Zeichen des sichtbaren Lichtes jenes Licht offenbar werden, von dem es im Evangelium
heißt, das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen."
Wie bei allen liturgischen Geräten soll auch bei den Kerzen auf edle Schlichtheit und auf Würde
geachtet werden. Die verwendeten Materialien sollen nach heutigem Empfinden als edel gelten. Die handwerkliche Kerzenherstellung
und die Verwendung von hochwertigem Paraffin zusammen mit Bienenwachs entsprechen diesem Anspruch.